Mein Name ist Sarah Shongwe. 

Ich bin 19 Jahre alt. 

Ich lebe in Lakeside. 

Geboren bin ich in Soweto. Ich war ein kleines Baby und lebte mit meiner Mutter auf der Straße. Dann kam meine neue Mutter und nahm mich auf. Ich lebte bei ihr und besuchte die Schule in Magasela.  

Meine Mutter lebt immer noch auf der Straße. Ich weiß nicht wo. Als ich sie zum letzten Mal sah, sagte sie mir, dass sie mich haßt. Und, dass ich immer alles falsch mache. Und, dass sie mit mir keine Zeit vergeuden will.  

Ich antwortete, dass ihr eigener Sohn mich vergewaltigte.  

Das ist wahr.  

Sie antwortete, dass sie mich nicht mehr sehen möchte.  

Ich endete in einem Heim. Boitomelo. Aber auch hier machte ich alles falsch. Ich wurde beim stehlen erwischt. Sie mochten mich dort auch nicht. Der Heimleiter sagte mir, ich müsste das Heim verlassen.  

Ich lebte für eine kurze Zeit in der Nachbarschaft des Heims. Aber die Nachbarn haßten mich. Ich war das schwarze Schaf. Sie sagten mir, ich soll irgendwo anders leben.   

Ich ging zurück zu meiner Mutter. Die wollte nichts von mir wissen.  

Dann lebte ich einige Zeit auf der Straße. Und wurde wieder erwischt. Man brachte mich zur Polizei. Eine Polizistin mit dem Namen Phadi brachte mich nach Lakeside.  

Jetzt lebe ich hier. Anah ist sehr lieb. Manchmal mache ich immer noch alles falsch. Ich stehle. Ich gehe auf die Straße. Ich mache alles falsch.

Sarah lebt seit ungefähr 4 Jahren bei Anah. Sie ist ihr Sorgenkind. Lernbehindert. Wurde in ihrer eigenen Familie missbraucht und lebte eine lange Zeit auf der Straße, wo sie sich hauptsächlich mit Prostitution über Wasser hielt. Sie weigert sich in die Schule zu gehen. Und läuft immer wieder weg. Wochenlang ist sie dann verschwunden und kommt zu Anah in einem sehr verwahrlosten Zustand zurück. Sie beschreibt diese Ausflüchte als ‚doing the wrong thing’ und meint damit Prostitution.

An guten Tagen hilft sie Anah bei der Hausarbeit und spielt mit den Kindern. Zukunftsaussichten? Mit 3 großen Fragezeichen .... 

          zurück